Wie wir uns noch begrüßen
Ein Gruß ist kein Hilfsdienst. Manchmal ist er trotzdem der Anfang einer Verbindung, die ich nicht ganz verlieren möchte.
22 Texte, sieben Stimmen und viele Fragen an den Alltag in Hessen.
Die Startausgabe folgt einer redaktionellen Chronologie vom 1. September bis zum 3. November 2026. Die Beiträge wurden zum Start veröffentlicht.
Ein Gruß ist kein Hilfsdienst. Manchmal ist er trotzdem der Anfang einer Verbindung, die ich nicht ganz verlieren möchte.
Ich beginne nicht mit dem Verdacht. Ich beginne mit dem Zeitraum, meinen Vorauszahlungen und den Zahlen, die ich nachrechnen kann.
Wenn ich jede Lücke selbst schließe, sieht der Plan vollständig aus. Nur ich komme darin irgendwann nicht mehr vor.
Aus einer Bitte soll keine stillschweigende Dauerzuständigkeit werden. Sonst verliert die Nachbarschaft irgendwann ihre hilfsbereiten Leute.
Die Verbindung endet in der Auskunft nicht dort, wo ich den Bahnsteig verlasse. Ich plane den Weg zum Ersatzbus ausdrücklich mit ein.
Samir schreibt über die Realität in der Küche: Handwerk, Teamarbeit und die Frage, was eine fundierte Ausbildung heute leisten muss.
Ich mag eine Mundart, die noch widersprechen darf. Auch dem Bild, das andere sich von ihr gemacht haben.
Ich möchte mich in meiner Stadt hinsetzen können, ohne aus der Pause einen Einkauf machen zu müssen.
Für die Bühne gibt es schnell eine Idee. Für die Rückgabe der geliehenen Tische brauche ich Namen und eine Uhrzeit.
Die freie Wohnung ist die eine Frage. Ob das Leben von dort aus noch zusammenpasst, ist eine andere.
Ich möchte den Ort meiner Herkunft weder verteidigen noch verlassen müssen, nur damit die Geschichte über ihn aufgeht.
Nora fährt Straßenbahn im hessischen Nahverkehr. In ihrem Gastbeitrag geht es um den Weg, den ein Haltestellenschild nicht zeigt.
Die schönste Geschichte über ein altes Haus ist nicht immer die richtige. Ich möchte zuerst wissen, woher sie stammt.
Ich möchte weniger Energie verbrauchen. Ich möchte auch verstehen, was nach einer Baumaßnahme auf meiner Mietzahlung steht.
Auf dem Prospekt ist der Parkplatz schon elektrisch. Ich bin noch bei der Frage, wer die Leitung bis dorthin plant.
Ich traue dem großen Wir nur begrenzt. Auf einer Tribüne kann es sich für einen Moment trotzdem richtig anfühlen.
Zwischen einem abgeschickten Formular und einem verlässlichen Arbeitstag liegt mehr, als ein Eingangsbescheid zeigt.
Ich gehe nicht nur wegen der Bücher hinein. Manchmal brauche ich einen Tisch, an dem niemand auf meine nächste Bestellung wartet.
Bevor ich eine Zahl für meine Wohnung benutze, muss ich wissen, welche Miete sie überhaupt beschreibt.
Ich mag einen vollen Laden. Ich mag auch Rechnungen, die sich bezahlen lassen. Beides ist nicht dasselbe.
Ein Jugendzentrum ist für mich zuerst ein Ort, an dem man sein darf. Das klingt bescheiden, bis dieser Ort fehlt.
Ein Fahrplan kann ordentlich aussehen und trotzdem am Alltag vorbeifahren. Ich möchte wissen, für wen er eigentlich geplant ist.